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Gmail, Yahoo und Outlook.com: was die großen Postfachanbieter verlangen
Seit Februar 2024 gelten bei Gmail und Yahoo feste Regeln für Absender, seit Mai 2025 auch bei Outlook.com. Wer sie nicht erfüllt, riskiert, dass Newsletter im Spam-Ordner landen oder abgelehnt werden. Diese Seite fasst zusammen, was die drei Anbieter selbst schreiben, und übersetzt es in eine Checkliste. Die Grundlagen zu SPF, DKIM und DMARC erklärt die Seite Zustellbarkeit.
Gmail: Regeln für alle und für Massenversender
Google unterscheidet in seinen „Richtlinien für E-Mail-Absender“ zwischen allen Absendern und Absendern, die etwa 5.000 oder mehr Nachrichten pro Tag an private Gmail-Konten (Adressen auf @gmail.com oder @googlemail.com) schicken. Beide Stufen gelten seit dem 1. Februar 2024.1
Für alle Absender (Auszug):
- SPF oder DKIM für die Absenderdomain einrichten,
- gültige Forward- und Reverse-DNS-Einträge (PTR) für die sendenden Domains oder IP-Adressen,
- Übertragung über TLS,
- Spamrate in den Postmaster Tools unter 0,3 %,
- keine Gmail-Absender im „From:“ vortäuschen.
Zusätzlich ab 5.000 Nachrichten pro Tag:
- SPF und DKIM und DMARC (die DMARC-Richtlinie darf
p=nonesein), - die Domain im „From:“ passt zur SPF- oder DKIM-Domain (Ausrichtung),
- Marketing- und abonnierte Nachrichten unterstützen die Abmeldung mit einem Klick und enthalten einen deutlich sichtbaren Abmeldelink im Text.
Drei Punkte aus Googles häufigen Fragen, die oft übersehen werden:
- Wer einmal Massenversender war, bleibt es. Laut Google gelten Absender, die die Grenze einmal überschritten haben, dauerhaft als Absender von Massen-E-Mails.2
- Subdomains zählen zusammen. Gezählt werden alle Nachrichten derselben primären Domain; 2.500 E-Mails über die Hauptdomain und 2.500 über eine Subdomain ergeben zusammen 5.000.2
- Abmeldungen schnell umsetzen. Google empfiehlt, Abmeldeanfragen innerhalb von 48 Stunden zu bearbeiten; in seiner Tabelle zur Durchsetzung der Richtlinien nennt Google es als Problem, wenn Abmeldeanfragen nicht innerhalb von 48 Stunden berücksichtigt werden – dann gibt es keinen Support für die Zustellung und keine Abhilfemaßnahmen.2 Transaktionsnachrichten wie Passwort-Zurücksetzungen sind von der Ein-Klick-Pflicht ausgenommen.2
Seit November 2025 setzt Google die Anforderungen nach eigener Angabe strenger durch: Nachrichten, die sie nicht erfüllen, können vorübergehend oder dauerhaft abgelehnt werden. Fehlt Massenversendern ein DMARC-Eintrag, nennt Google dafür einen eigenen Fehlercode (4.7.31).2
Yahoo: ähnliche Regeln, ohne feste Grenze
Yahoo beschreibt seine Anforderungen an Massenversender im „Sender Hub“, nennt aber keine feste Zahl, ab der jemand als Massenversender gilt.3 Verlangt werden:
- SPF und DKIM, DMARC mindestens mit
p=none, die From-Domain passend zu SPF oder DKIM, - ein funktionierender
List-Unsubscribe-Kopf; das Ein-Klick-Verfahren nach RFC 8058 empfiehlt Yahoo dringend, - Abmeldungen innerhalb von 2 Tagen umsetzen,
- eine Spamrate unter 0,3 %.
Outlook.com: Pflicht seit Mai 2025
Microsoft verlangt seit dem 5. Mai 2025 von Domains, die mehr als 5.000 E-Mails pro Tag an Outlook.com-Konten schicken:4
- SPF und DKIM bestehen,
- DMARC mindestens mit
p=none(Microsoft empfiehltp=reject), ausgerichtet an SPF oder DKIM.
Nicht konforme Nachrichten landen zunächst im Junk-Ordner; bleiben die Probleme bestehen, kann Microsoft sie mit dem Fehler 550 5.7.515 ablehnen. Microsoft empfiehlt ausdrücklich allen Absendern, SPF, DKIM und DMARC einzurichten.4
Die Anforderungen im Vergleich
| Anforderung | Gmail (ab 5.000/Tag) | Yahoo (Massenversender) | Outlook.com (ab 5.000/Tag) |
|---|---|---|---|
| SPF | ja | ja | ja |
| DKIM | ja | ja | ja |
| DMARC | mindestens p=none | mindestens p=none | mindestens p=none, empfohlen p=reject |
| Ausrichtung From ↔ SPF/DKIM | ja | ja | ja |
| Abmeldung mit einem Klick | Pflicht (RFC 8058) | List-Unsubscribe Pflicht, Ein-Klick dringend empfohlen | nicht ausdrücklich genannt |
| Frist für Abmeldungen | 48 Stunden (sonst laut Google kein Support für die Zustellung und keine Abhilfe) | 2 Tage | – |
| Spamrate | unter 0,3 %, Ziel unter 0,1 % | unter 0,3 % | – |
| seit | 1. Februar 2024 | Februar 2024 | 5. Mai 2025 |
Fehlercodes richtig lesen
Lehnt ein Empfangsserver eine E-Mail ab, antwortet er mit einem dreistelligen SMTP-Code (RFC 5321)5: Codes mit 4 am Anfang bedeuten einen vorübergehenden Fehler – der Versand wird später erneut versucht –, Codes mit 5 einen dauerhaften. Die erweiterten Codes wie 4.7.31 oder 5.7.515 nennen den Grund genauer. Ihr Versandsystem zeigt sie meist im Bounce-Bericht; eine Häufung nach einer Änderung an DNS oder Versandweg ist ein Warnsignal.
Checkliste für Absender
- Eigene Absenderdomain statt Freemail-Adresse
- SPF-Eintrag mit dem Versandsystem, höchstens zehn DNS-Abfragen (SPF-Baukasten)
- DKIM-Signatur mit der eigenen Domain (nicht nur mit der des Versanddienstes)
- DMARC-Eintrag, mindestens
p=nonemit Berichtsadresse (DMARC einrichten) -
List-UnsubscribeundList-Unsubscribe-Postim Kopf, sichtbarer Abmeldelink im Text (Abmeldung) - Abmeldungen spätestens nach 48 Stunden umgesetzt – besser sofort
- Spamrate in den Google Postmaster Tools im Blick
- Versandmenge langsam steigern, keine plötzlichen Sprünge