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Reverse DNS

Kurz gesagt: Reverse DNS (rDNS) ist die Rückwärtsauflösung im Domain Name System: Statt zu einem Namen die IP-Adresse zu suchen, führt sie von einer IP-Adresse zu einem Hostnamen. Gespeichert wird diese Zuordnung als PTR-Eintrag in einem eigenen Bereich des DNS (RFC 1035, Abschnitt 3.5).1

Wie die Rückwärtsauflösung funktioniert

Für IPv4-Adressen gibt es die Sonderdomain in-addr.arpa. Die vier Zahlen der Adresse stehen dort in umgekehrter Reihenfolge; die Angaben zur Adresse 10.2.0.52 liegen also unter 52.0.2.10.in-addr.arpa (RFC 1035, Abschnitt 3.5). Die Umkehrung wirkt umständlich, erlaubt aber, die Verwaltung ganzer Adressbereiche an deren Inhaber zu übertragen.

Für IPv6 heißt die Sonderdomain ip6.arpa. Die Adresse wird dort in einzelne Hexadezimalziffern zerlegt, wieder von hinten nach vorn, und mit Punkten getrennt (RFC 3596, Abschnitt 2.5).2

Daraus folgt eine praktische Besonderheit: Wer eine Domain registriert hat, kann den PTR-Eintrag meist nicht selbst anlegen. Zuständig ist, wem der Block der IP-Adressen zugeteilt ist – bei einem gemieteten Server dessen Anbieter, bei einem Versanddienst der Dienst.

Warum Postfachanbieter darauf achten

Gmail verlangt von allen Absendern, dass Absenderdomains oder sendende IP-Adressen gültige Forward- und Reverse-DNS-Einträge haben. Die IP-Adresse muss zu dem Hostnamen passen, den der PTR-Eintrag nennt, und dieser Hostname braucht einen A- oder AAAA-Eintrag, der wieder auf dieselbe Adresse zeigt.3 Yahoo verlangt ebenfalls gültige Einträge in beide Richtungen und empfiehlt PTR-Namen, die nicht generisch sind und erkennbar zur eigenen Domain gehören; Namen, die nach einer dynamisch vergebenen Adresse aussehen, sollen Absender vermeiden.4

Abgrenzung

  • Reverse DNS und SPF: SPF wird von der Domain gepflegt und listet erlaubte Server auf. Der PTR-Eintrag wird vom Inhaber des Adressbereichs gepflegt und benennt einen Server. Beide ergänzen sich.
  • Reverse DNS und MX: Der MX-Eintrag sagt, wohin E-Mails für eine Domain zugestellt werden. Mit dem Versand hat er nichts zu tun; Reverse DNS betrifft den sendenden Server.
  • Reverse DNS und Blocklists: Auch Blocklists auf DNS-Basis drehen die IP-Adresse um, hängen sie aber an den Namen der Liste statt an in-addr.arpa (RFC 5782, Abschnitt 2.1).5

Verwechslungsgefahr

  • „PTR-Eintrag für die Domain“: Einen PTR-Eintrag gibt es nicht für eine Domain, sondern für eine IP-Adresse. In der Zone der eigenen Domain angelegt, wird er bei der Rückwärtsauflösung nicht gefunden.
  • Reverse Proxy: Trotz des ähnlichen Namens ein Server, der Anfragen an andere Server weiterreicht. Mit der Rückwärtsauflösung hat er nichts zu tun.

Beispiel

Ein Mailserver mit der Beispieladresse 192.0.2.25 und dem Namen mail.example.de. Damit die Prüfung in beide Richtungen besteht, braucht es zwei Einträge, die in zwei verschiedenen Zonen liegen:

; in der Zone der Domain (pflegt der Domaininhaber)
mail.example.de.             A    192.0.2.25

; in der Zone des Adressbereichs (pflegt der Inhaber der IP-Adresse)
25.2.0.192.in-addr.arpa.     PTR  mail.example.de.

Ein Name wie host-192-0-2-25.dynamic.provider.example erfüllt zwar die Form, ist aber genau die Art generischer Name, von der Yahoo abrät.

Häufige Fragen

Wie prüfe ich den Reverse-DNS-Eintrag? Fragen Sie den PTR-Eintrag der sendenden IP-Adresse ab, etwa mit nslookup 192.0.2.25, und dann die Adresse des zurückgegebenen Namens. Beide Antworten müssen zusammenpassen.

Muss ich mich als Newsletter-Versender selbst darum kümmern? Wenn ein Versanddienst für Sie verschickt, nutzt er seine eigenen Server und deren Einträge. Selbst kümmern müssen sich Absender, die über einen eigenen Server oder eine eigene IP-Adresse versenden.

Gilt das auch für IPv6? Ja. Gmail nennt ausdrücklich den AAAA-Eintrag für IPv6; der PTR-Eintrag liegt dann unter ip6.arpa.

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