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Blocklist
Kurz gesagt: Eine Blocklist ist eine Liste von IP-Adressen oder Domains, die durch Spam oder anderen Missbrauch aufgefallen sind. Mailserver fragen solche Listen meist über das DNS ab und lehnen Verbindungen von gelisteten Adressen ab oder werten sie bei der Spam-Bewertung negativ (RFC 5782).1
Wie eine DNS-Blocklist funktioniert
Die meisten Blocklists werden als DNS-Zone veröffentlicht, daher die Abkürzung DNSBL. RFC 5782 beschreibt den Aufbau: Für eine IPv4-Adresse werden die vier Zahlen umgedreht und vor den Namen der Liste gesetzt. Steht die Adresse 192.0.2.99 auf der Liste bad.example.com, gibt es einen Eintrag unter 99.2.0.192.bad.example.com (Abschnitt 2.1).
Die Antwort ist ein A-Eintrag, der nur ein Signal ist und nicht als echte Adresse verwendet werden darf. Üblich ist der Wert 127.0.0.2. Blocklists sollen zusätzlich einen TXT-Eintrag mit dem Grund haben, oft mit einem Link auf eine Seite mit weiteren Angaben; dieser Text erscheint häufig in der Fehlermeldung des Mailservers. Gibt es zu einer Adresse keinen Eintrag, ist sie nicht gelistet.
Neben Listen für IP-Adressen gibt es Listen für Domainnamen, etwa für Domains, die in Spam-Nachrichten vorkommen (Abschnitt 3).
Ein typischer Empfangsserver prüft bei jeder eingehenden Verbindung mehrere Listen nacheinander. Andere Systeme lehnen nicht sofort ab, sondern zählen den Treffer als einen Punkt unter vielen in einer Gesamtbewertung (Abschnitt 6).1
Abgrenzung
- Blocklist und Absenderreputation: Eine Blocklist ist eine öffentliche, klar abfragbare Liste. Die Absenderreputation bei Gmail, Yahoo oder Microsoft ist eine interne Bewertung, die Absender nur indirekt sehen, etwa über die Postmaster Tools.
- Blocklist und Werbesperrliste: Die Werbesperrliste führt der Absender selbst, damit Personen nach einem Widerspruch keine Werbung mehr bekommen. Mit Spam-Filtern hat sie nichts zu tun.
- Blocklist und Allowlist: Das Gegenstück heißt DNSWL. Es ist gleich aufgebaut und dient dazu, Verbindungen bevorzugt anzunehmen (RFC 5782, Abschnitt 1).
Verwechslungsgefahr
- „Blacklist“, „RBL“: Ältere Texte sprechen von Blacklist. RBL war ursprünglich der Name einer bestimmten Liste, der Real-time Blackhole List, wird aber oft für alle DNS-Listen benutzt; RFC 5782 weist darauf hin, dass das genau genommen nicht stimmt (Abschnitt 1).
- Blocklist und Spam-Ordner: Wer wegen eines Listeneintrags abgelehnt wird, bekommt eine Fehlermeldung zurück; die Nachricht kommt gar nicht an. Landet eine E-Mail im Spam-Ordner, wurde sie dagegen angenommen und nur anders einsortiert.
Beispiel
Abfrage für die Beispieladresse 192.0.2.99 bei einer Liste namens bl.example.net, mit den Antworten, wie RFC 5782 sie vorsieht:
99.2.0.192.bl.example.net. A 127.0.0.2
99.2.0.192.bl.example.net. TXT "Listed: see https://bl.example.net/?192.0.2.99"
Jede IPv4-Liste muss außerdem einen Testeintrag für 127.0.0.2 enthalten und darf keinen für1 127.0.0.1 haben (Abschnitt 5). Damit lässt sich prüfen, ob eine Liste antwortet, ohne eine echte Adresse abzufragen.
Lehnt ein Empfangsserver wegen eines Eintrags ab, kommt das als dauerhafter Fehler der Klasse 5 zurück (RFC 5321)2; der erweiterte Code 5.7.1 steht für „Zustellung nicht erlaubt, Nachricht abgelehnt“ (RFC 3463).3 Der genaue Text hängt vom Server ab.
Häufige Fragen
Wie finde ich heraus, ob meine IP-Adresse gelistet ist? Fragen Sie die Liste nach dem obigen Muster ab oder nutzen Sie die Suchseite des Listenbetreibers. Die Rückmeldungen im Versandsystem zeigen oft schon den Namen der Liste.
Wie komme ich von einer Blocklist wieder herunter? Das legt jeder Betreiber selbst fest; RFC 5782 regelt nur den technischen Aufbau, nicht die Aufnahme- und Löschregeln (Abschnitt 1). Sinnvoll ist, zuerst die Ursache abzustellen, etwa einen gehackten Zugang oder eine alte Adressliste, und dann den beschriebenen Weg des Betreibers zu gehen.
Bin ich als Kunde eines Versanddienstes betroffen? Versendet ein Dienst für Sie, laufen die Nachrichten über seine Server und IP-Adressen. Steht eine davon auf einer Liste, ist der Dienst der Ansprechpartner, denn nur er kann an diesen Adressen etwas ändern.
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