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Personalisierung

Kurz gesagt: Personalisierung heißt im E-Mail-Marketing, dass nicht alle Empfänger dieselbe Nachricht bekommen: Teile der E-Mail – von der Anrede bis zu ganzen Beiträgen – werden für jede Person anhand der Daten zusammengesetzt, die über sie gespeichert sind.

Stufen der Personalisierung

Der Begriff reicht von einer Kleinigkeit bis zu einem großen Eingriff. Hilfreich ist es, nach der Herkunft der Daten zu unterscheiden:

  1. Angaben der Person selbst. Name, gewählte Themen, Sprache, Ort – was jemand bei der Anmeldung oder in den Einstellungen angegeben hat. Technisch setzt das Versandsystem Platzhalter durch diese Werte.
  2. Daten aus der Beziehung. Mitglied oder Kunde, Datum der Anmeldung, gebuchter Kurs. Daraus entstehen etwa Hinweise, die nur Mitglieder betreffen.
  3. Daten aus dem Verhalten. Klicks in früheren Newslettern, Käufe, Besuche auf der Website. Darauf beruhen Empfehlungen wie „Passend zu Ihrem letzten Kurs“.

Je weiter unten auf dieser Liste, desto mehr Daten werden ausgewertet und desto eher wirkt eine E-Mail für Leser nicht mehr hilfreich, sondern beobachtend.

Abgrenzung

  • Personalisierung und Segmentierung: Die Segmentierung teilt den Verteiler in Gruppen; jede Gruppe bekommt eine eigene Fassung. Personalisierung arbeitet auf der Ebene der einzelnen Person. In der Praxis werden beide oft kombiniert.
  • Personalisierung und Profiling: Personalisierung ist ein Wort aus der Praxis, „Profiling“ ein Begriff, den die DSGVO in Art. 4 Nr. 4 bestimmt. Den vollständigen Wortlaut und die Praxisfälle der Datenschutzaufsicht zeigt die Seite Segmentierung und Personalisierung. Ob eine bestimmte Personalisierung darunter fällt, beurteilen wir nicht.
  • Personalisierung und Automatisierung: Eine Trigger-E-Mail wird durch ein Ereignis ausgelöst. Sie kann personalisiert sein, muss es aber nicht.

Was die DSGVO zum Widerspruch sagt

Für Werbung, die auf personenbezogenen Daten beruht, regelt die DSGVO: „Werden personenbezogene Daten verarbeitet, um Direktwerbung zu betreiben, so hat die betroffene Person das Recht, jederzeit Widerspruch gegen die Verarbeitung sie betreffender personenbezogener Daten zum Zwecke derartiger Werbung einzulegen; dies gilt auch für das Profiling, soweit es mit solcher Direktwerbung in Verbindung steht.“ (Art. 21 Abs. 2 DSGVO)1 Eine eigene rechtliche Einschätzung dazu, welche Form der Personalisierung welche Rechtsgrundlage braucht, geben wir nicht.

Verwechslungsgefahr

  • Anrede mit Namen ist nicht „persönlich“. Ein „Hallo Anna“ über einem Text, den alle bekommen, ist die einfachste Stufe. Leser merken den Unterschied.
  • Öffnungen als Auslöser: Apple Mail lädt mit „Mail-Aktivität schützen“ entfernte Inhalte im Hintergrund, sobald eine E-Mail eintrifft.2 Eine Regel wie „wer geöffnet hat, bekommt Fassung B“ trifft dann auch Menschen, die nie gelesen haben.
  • Platzhalter ohne Ersatzwert: Fehlt der Vorname in den Daten, wird aus „Hallo {vorname}“ ein „Hallo ,“. Deshalb braucht jeder Platzhalter einen Ersatz.

Beispiel

Ein Volkshochschul-Newsletter mit Platzhaltern und Ersatzwert. Die Schreibweise der Platzhalter unterscheidet sich je Versandsystem; hier ist sie vereinfacht:

Hallo {vorname | "zusammen"},

{wenn thema = "Sprachen"}
  Neu im Frühjahr: Spanisch für Anfänger, ab 3. März.
{sonst}
  Neu im Frühjahr: unser vollständiges Kursprogramm.
{ende}

Ohne hinterlegten Vornamen steht dort „Hallo zusammen“ statt „Hallo ,“. Der Block darunter nutzt das Thema, das die Person bei der Anmeldung gewählt hat – Stufe 1, ohne Auswertung von Verhalten.

Häufige Fragen

Was ist Personalisierung einfach erklärt? Die E-Mail passt sich der Person an, die sie liest: mit ihrem Namen, mit Themen, die sie gewählt hat, oder mit Inhalten, die zu ihr passen.

Lohnt sich Personalisierung für kleine Verteiler? Die erste Stufe fast immer: Themen selbst wählen zu lassen, kostet wenig und erspart Rätselraten. Verhaltensdaten auszuwerten, lohnt sich erst, wenn genug Daten da sind.

Wie teste ich personalisierte E-Mails? Mit Testdatensätzen, die Sonderfälle enthalten: leerer Vorname, sehr langer Name, Umlaute, kein gewähltes Thema. Jede Variante einmal an ein eigenes Postfach schicken.

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